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Das erstaunliche Wunderland hinter der Steckdose

Strom kommt doch aus der Steckdose!

Ich habe inzwischen aufgehört zu zählen, wie oft mir dieses Statement begegnet ist. Und tatsächlich hört das Interesse beim persönlichen Energieverbrauch oft an Steckdose oder Lichtschalter auf. Die Arbeit bei einem Energieversorger bringt hauptsächlich ein Image mit sich: Angestaubt und träge. Wer will sich heute schon damit beschäftigen?

Neue Herausforderungen für eine alte Branche.

Die Energiebranche in der ich tätig bin sieht sich – ähnlich wie andere Branchen auch – mit zahlreichen neuen Herausforderungen konfrontiert: Sinkende Energiepreise, steigende Investitionskosten, geänderte Kundenbedürfnisse: Konnte man Engpässen früher einfach gesagt mit mehr Anlagen und Infrastruktur begegnen, sind heute intelligentere Massnahmen nötig. Neue Nutzungsprofile wie Elektromobilität und lokale Energieerzeugung, stellen den bisherigen Standardbetrieb in Frage. Und plötzlich ist man selbst als Energieversorger nicht mehr allein. Themen wie die volle Marktöffnung zeichnen sich am Horizont ab. Das Vorgehen nach Schema F ist heute nicht mehr ausreichend und der komfortable Status Quo in Frage gestellt.

Also – Zeit zum Handeln! 

Bei der ewz wird diesen Herausforderungen in der unternehmensweiten Digitalisierungsinitiative digital@ewz begegnet. Bereichsübergreifend und interdisziplinär zielt die Initiative dabei nicht nur auf operative Verbesserungen und neue Produkte bzw. Dienstleistungen, sondern stellt auch den ständigen Wandel und die Verankerung der hierfür notwendigen Skills in den Vordergrund. Mehrere Programme untersuchen die einzelnen Aspekte unserer Wertschöpfungskette und versuchen mit kontinuierlichen, inkrementellen Änderungen unser operatives Business den aktuellen Marktanforderungen gerecht zu machen.

Grosse Worte – und die Taten? 

Als Leiter des Programms Smart Grid innerhalb von digital@ewz beschäftige ich mich insbesondere mit den Veränderungen in den von uns betriebenen Netzen. Mit Hilfe von sechs agilen Teams gehen wir in Sachen Netzbetrieb neue Wege und setzen diese Schritt für Schritt, priorisiert nach dem Kundennutzen um. Und der Blick hinter die Steckdose lohnt sich! Denn wir sprechen von intelligenter Infrastruktur und der cleveren Nutzung von Daten. IoT, Cloud und Machine Learning, Predictive Maintenance, all diese Themen sind im modernen Netzbetrieb bereits heute Realität. Damit erkennen wir Probleme in unseren Systemen idealerweise bevor sie bei unseren Kundinnen und Kunden zur Realität werden.

Auf ins Wunderland!

Arbeit bei einem Energieversorger: Angestaubt und träge? Das war vielleicht gestern. Die Zukunft ist auch hier agil und flexibel. Denn das Wunderland beginnt gleich hinter der Steckdose und braucht sich vor anderen Industrien nicht verstecken. Nur so werden sich unsere Kundinnen und Kunden auch in Zukunft auf ewz als Partner für wegweisende Lösungen verlassen können.

Über den Autor

Robin Chowdhury arbeitet als Programmleiter in der Abteilung Projektmanagement beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz). Er ist für das Programm Smart Grid und die Leitung des Agile Competence Centers verantwortlich und unterstützt in diesen Rollen die Digitalisierung und die damit verbundene Unternehmenstransformation. Zuvor war er in leitenden Positionen im R&D der ABB Schweiz AG in der Division Power Grids tätig.